Hallöchen zusammen
Wir haben jetzt seid längerem ein Elektrochemisches Beizgerät für VA - Schweißnähte.
Vom Preis her ist das Teil auf dem ersten Blick relativ teuer. Unsers lag so um die 1200,- Teuros. Wobei es auch Preiswerte um 400,- Teuros gibt. Dabei ist allerdings der Funktionsumfang eingeschränkt.
Funktioniern tun sie eigentlich alle gleich. Gaaaaanz grob beschrieben benötigt man ein Elektrolyd und das Gerät. Das Elektrolyd beginnt durch den Stromfluss den das Gerät erzeugt die Verfärbungen zu entfernen, und passiviert den Edelstahl gleichzeitig. Im Grunde hat man ein Massekabel am Werkstück, ein Griffstück mit einer Elektrode über der ein Schwamm mit dem Elektrolyd ist. Durch die Leitfähigkeit des Materials fängt das Elektrolyd im Schwamm an das Material zu reinigen.
(Sorry, die Erklärung ist sehr dünn, aber besser kann ich den Vorgang nicht in Worte fassen)
Da wir uns damals so gut wie alle Preisklassen vorführen lassen haben hier einmal die Unterschiede.
Vorab, die Preiswerten Geräte machen ihre Arbeit genauso wie die Teureren. Wobei die Teurern noch Zusatzfunktionen mit bringen.
Bei der Preiswerten Version hat man das Gerät, muß mit dem Griffstück per Hand in das Elektrolyd tunken. Sie arbeiten, aber man bemerkt oft nicht das man mit zu wenig Elektrolyd reinigt. Ist das der Fall, dauert die Reinigung länger. Tunkt man zu oft, geht es schnell, aber man verbraucht mehr Elktrolyd. Was auch wieder Geld kostet.
Die obere Preisklasse bringt ein Gerät mit Tank und Pumpe mit sich. Das Elektrolyd wird damit immer in das Griffstück gepumpt. Solange der Tank nicht leer ist, beizt man nicht "trocken".
Die nächste Preisklasse bringt eine Dosierung der Elektrolyd Pumpe mit. Damit kann man einstellen wie viel Elektrolyd gepumpt wird. Ausserdem bringt sie noch die Funktion mit, Werbung zu machen

. Mittels einer Schablone und einem anderen Elektrolyd als dem zum Beizen, kann man z.B. sein Firmenlogo ins Material Ätzen. Das Ganze sieht später im Prinzip aus wie ein schwarzer Stempel. Entfernen kann man ihn nur durch bürsten oder schleifen.
Die teuersten bringen noch einen kleinen Kompressor mit, der die entstehenden Dämpfe wegpustet. Die Funktion des Elektropolierens, und die des Verzinnen und Vergolden.
Über Sinn und Zweck muß man selbst entscheiden. Aber für mich ist es die bessere alternative zur Beizpaste.
Pro:
Es geht schneller.
- Bei der Beizpaste muss man erst einpinseln, wirken lassen, dann abwaschen.
- Beizgerät über die Zone reiben, abwaschen, fertig.
Beizpaste ist Gefährlicher / Aggresiver
- Beizpaste ist von Natur aus Ätzend und Gefährlich.
- das Elktrolyd ist weniger Gefährlich. Angeblich völlig unbedenklich (Dazu später mehr).
Keine Nacharbeit bei optischen Werkstücken
- Beizpaste hinterlässt immer weißliche Flecken. Bei optischen Sachen müssen die nachgearbeitet werden.
- Elektrochemisches Beizen hinterlässt diese Flecken nicht. Die Nacharbeit entfällt komplett.
Kontra:
Die Anschaffungs und Unterhaltkosten.
Sind eine Rechenaufgabe.
- ein Kübel Beizpaste kostet um die 20 Euros, den Pinsel lass ich mal weg. Damit schaft man schon ein paar Meter.
- Das Gerät kostet min. 400 Euros, und der 5 Liter Kanister Elektrolyd so um die 100,- . Wobei man bei normalem Nutzen der Preis des Elektrolyd auf den selben wie die Beizpaste kommt.
Baustelleneninsatz
-Beizpaste ist auf der Baustelle zu Händeln mit Pinsel und Lappen.
-Elektrochemisches Beizen tropft, und versaut jeden Boden. Eine Kleine Auffangwange oder Versicherung für sollche Schäden ist Pflicht.
Gesundheitsgefährdung
-Beizpaste ist ätzend, und kein Spielzeug, das ist bekannt.
-Elektrochemisches Beizen soll nicht Gesundheitgefährdend sein. Aber es entstehen Dämpfe! Angeblich nicht gefährlich. Aber nach ca. 10 min. sind Bärte und Nasenhaare verklebt. Kein Drama, denn eine normale Staubmaske bringt Abhilfe. Aber wer weiß was das bei starken Gebrauch in 10 Jahren mit sich bringt.
Gruß André